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Le Père Nico Turmes a fêté ses 40 ans d'ordination sacerdotale

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P. Nico Turmes scj P. Nico Turmes scj

 

Le 8 juillet 2018, la paroisse Saint François - Sainte Claire a fêté à l'église de Steinfort (Luxembourg) les 40 ans de son curé, le Père Nico Turmes scj. De nombreux paroissiens s'étaient donné rendez-vous avec les confrères, la famille et les amis du Père Turmes pour participer à l'eucharistie d'action de grâce présidée par le jubilaire, assisté du P. Jean-Jacques Flammang, provincial, du Père Claude Siebenaler, supérieur de la communauté de Cinfontaines-Clairefontaine, et du Père Théo Klein, qui a prononcé l'homélie. La chorale de la paroisse a animé la liturgie sous la direction de Josée-Anne Mangen et de Camille Houllard, les orgues étaient jouées par Pierre Hack. A la fin de l'eucharisie, le président de l'équipe paroissiale, Rulli Kohnen, a remercié le Père Turmes qui est curé depuis 2008 à Steinfort et Koerich où il s'est mis au service des différentes communautés qu'il a toujours su défendre dans les moments difficiles de la réorganisation des paroisses. Notons que le même dimanche le P. Turmes a aussi célébré une dernière messe dans les églises de Eischen et de Hobscheid qu'il avait continué à desservir après la réorganisation des paroisses dans l'archidiocèse de Luxembourg en 2017. Vous trouvez ci-dessous le texte de l'homélie du Père Théo Klein scj.



Predigt zum 40.Priesterjubiläum von Pater Nico Turmes SCJ am 8.07.2018 in Steinfort

 

Jede Eucharistie bedeutet Danksagung. Heute feiern wir sozusagen ein Erntedankfest: 40 jähriges Priesterjubiläum. Mit diesem Jubiläum willst Du Nico keinen Personenkult zelebrieren, sondern Du möchtest mit uns allen dem Geber aller guten Gaben Deinen Dank aus tiefster Seele zum Ausdruck bringen.

Dieses Jubiläum ist ein Erinnern, das allerdings nicht einfach rückwärts führt, sondern in die Tiefe, und so vorwärts und aufwärts. Vor 40 Jahren lagst Du bei Deiner Priesterweihe, die der unvergessliche und beliebte Bischof Jean Hengen Dir spendete in der Kirche Sankt Heinrich in Esch auf dem Boden, mit dem Gesicht zur Erde. Ja, die Liturgie bei der Priesterweihe ist direkt; das versteht jeder: Auf dem Boden, nicht hochhinaus. Auf dem Boden, auf dieser Ebene sammelt sich auch der Staub. Die Frauen merken das besser als wir Männer. Und der Staub erinnert uns auch daran, was wir sind: „Staub bist du und zu Staub wirst du wieder zurückkehren“. Auf diesem Boden unserer Erde wo Staub ist, hat Gott sich nicht aus dem Staub gemacht, sondern ist Mensch geworden in Jesus Christus - wahrer Gott und wahrer Mensch. Während dem Kirchenjahr werden wir an die Menschwerdung Gottes erinnert, an seine Geburt in der Krippe von Bethlehem, seine Lebensgeschichte, sein Evangelium vom Reich Gottes und sein grausamer Tod am Kreuz und feiern seine Auferstehung. Während Du auf dem Boden lagst, ist die Allerheiligenlitanei gesungen worden, die Heiligen im Himmel wurden angerufen. Das ist so wie wenn man von einem Mantel des Gebets von allen Heiligen eingehüllt wird. Ein Schutz, eine Unterstützung, eine Ermutigung, dass man als Priester nicht allein ist, was ja auch für uns alle zum Ausdruck kommt wenn wir im Credo beten:“ Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen“. Unser früherer Papst Benedikt XVI brachte dies sehr schön und treffend auf den Punkt:“ Wer glaubt ist nie allein“. In der Tat: Auf unserem Glaubensweg sind wir nie allein, sondern immer geht die ganze glaubende und betende Kirche aller Jahrhunderte mit. Diese Gemeinschaft der Heiligen geht mit uns, trägt uns. Aber nicht bloß die Heiligen im Himmel begleiten Dich Nico. Auch heute gibt es Heilige unter uns. Papst Franziskus hat diesen ermutigen Gedanken in seinem Apostolischen Schreiben „Gaudete et exsultate (Freut euch und jubelt“ auf originelle Weise entfaltet, in dem er zeigt, dass jeder von uns berufen ist ein Heiliger zu werden, durch sein Leben ein lebendiger Kommentar zum Evangelium zu sein. In diesem Schreiben kommt der Begriff „Humor“ viermal vor und immer wieder das Wort „Freude““ insgesamt dreißigmal. Bergpredigtund Mt 25stehen im Mittelpunkt. „ Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, sagt Jesus - das ist der Schlüssel im konkreten Leben um heilig zu werden.

Nach der Allerheiligenlitanei haben der Bischof und die Priester Dir im Stillen, im Schweigen die Hände aufgelegt. Die Handauflegung sagt eigentlich auch alles aus: Die Hand von Gott dem Vater ist eine gute Hand, eine zärtliche Hand: “Ich habe meine Hand auf Dich gelegt, Du bist mein!“ Zeichen für das unermessliche Vertrauen einer Hand, die uns nicht fallen lässt. Die Hand Gottes gibt Dir auch die Gelassenheit, dass Gott der Regisseur Deines Lebens ist  und nicht Du- auch wenn das manchmal schwierig ist zu akzeptieren, so gibt es aber auch immer wieder  tiefe Glaubensmomente von“ gelassener Leidenschaft und leidenschaftlicher Gelassenheit“ (Kurt Koch), dass unser Leben in Gottes guter Hand ist.

Deine Hände wurden mit Chrisam gesalbt, Deine Hände sollen immer zärtlich sein und die Zärtlichkeit Gottes wie auch die Kraft Gottes zum Guten und Wahren zum Ausdruck zu bringen. Jedes Sakrament, das Du als Priester spendest ist Ausdruck der „Zärtlichkeit Gottes“ (Kurt Koch).

Du bekamst die Patene mit Brot und den Wein überreicht um die Eucharistie zu feiern. Den Kelch in der Hand bedeutet die zentrale Aufgabe, den Tod des Herrn zu verkünden und von ihm her das Heil in der Welt, für eine Welt, in der kein Platz war und ist für unser unseren Erlöser Jesus Christus. „Und die seinen nahmen ihn nicht auf“. Die Welt, in der Gott Mensch geworden ist, ist zerbrechlich und schwach trotz aller Fortschritte. Wenn wir in dieser Welt wie sie eben ist, uns für das Geheimnis des Glaubens, für Tod und Auferstehung öffnen, dann machen wir die Erfahrung des heiligen Paulus:“ Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“. Denn es ist gut, dass  wir Priester auch nicht (immer) dickhäutig sind, einen Dickkopf haben, sonst kommt der Schatz Christus, den wir in unseren irdischen zerbrechlichen Gefäßen tragen nicht zum Zug, auch wenn man manchmal meint, man müsst sich einen Panzer anlegen – auch in der Kirche – mit all dem was uns als Priester vor die Nase geworfen wird.

Nico, Du hast vor 40 Jahren Dein Adsum gesagt: „Hier bin ich“, frei und froh verbal gesagt und während diesen 40 Jahren nicht nur verbal, sondern durch Dein Leben, Deine Dynamik, die nicht jeder hat, zum Ausdruck gebracht. Deine Berufung ist es für die Menschen für das Wesentliche ihres Menschseins da zu sein. Präsent zu sein im Angesicht Gottes für die ganze Breite des Lebens, von den Kindern über die Fragen der Reifung und Entscheidung im Leben hinein bis in die Stunde der Krankheit und des Todes. Den ganzen Reichtum des menschlichen Lebens begegnen zu dürfen und gerade in den Kreuzungsstunden des menschlichen Lebens den Menschen beistehen. Daraus wächst bei aller Mühsal, bei allem Streit und Ärger, den es gibt, doch Dankbarkeit und Freundschaft.

Im Alltag geschieht es immer wieder, dass das Evangelium, hinter dem wir unendlich zurückbleiben, uns überfordert, dass es uns verbraucht und wir erschrecken davor, bekommen Angst, wir fühlen uns bedrückt. Wir verstehen oft die Menschen nicht, verstehen Gott nicht und uns selber nicht! Wir machen die Erfahrung wie Jesus im Evangelium „ „Er wunderte sich über ihren Unglauben“. In solchen Momenten ist es heilsam, die Last des Alltags im Gebet vor Gott zu tragen. Gebet ist ja „ die heilsame Unterbrechung unseres fragmentierten und beschädigten Alltags“ (Kurt Koch).  

Deine Agenda ist voll Terminen. Reservier Dir auch jeden Tag frei Zeit für Gott. Es sind nicht unsere Worte und Taten die vor Gott zählen. Sonst werden wir arrogant, wenn wir das meinen in dem Sinn. “Gut, dass der Heilige Geist mich hat, er wäre so schlecht dran, wenn er mich nicht hätte.“ Beten wir nicht ganz oft „Höre Herr, Dein Diener redet“anstatt „Rede Herr, Dein Diener hört“. Ein Priester ist ein Mann des Hörens, Hören auf das Wort Gottes, weil der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Karl Rahner bezeichnet den Priester als „Hörer des Wortes“. Das Wort Gottes, Jesus Christus verwandelt uns. So wie in der Eucharistie Brot und Wein verwandelt wird, so soll unser ganzes Leben verwandelt werden, dass wir uns so dem Geschenk der Gnade öffnen können. So wie Jesus den Petrus, der entmutigt war, als er sich vor einer Magd geschämt hatte, die Frage stellt: “Liebst Du mich?“ So sagst Du heute nach 40 Jahren auch dein Adsum „Hier bin ich“.Du sagst Dein Ja.

Mit diesem Ja kannst Du getrost und gestärkt „von guten Mächten wunderbar  geborgen „(Dietrich Bonhoeffer) Deinen Weg als Herz-Jesu-Priester, der ein Prophet der Liebe und der Versöhnung ist, gehen und die Wandlung nicht nur in der Eucharistiefeier erfahren, die ja nicht allein darauf beschränkt ist.

Die biblische Zahl 40 ist die Zahl der Wandlung. Die Zahl 40 steht für eine Zeit, in der sich das Leben durch die Begegnung mit Gott verändert. Dass sich die Vorbereitungszeit auf Ostern gerade als 40-tägige Zeit – als "Quadragesima" – herausgebildet hat, ist keineswegs Zufall. Denn die Zahl 40 spielt in der Bibel eine große Rolle: 40 Tage lang weilt beispielsweise Mose auf dem Berg Sinai, um das Gesetz zu empfangen. Der Prophet Elija geht nach schweren Depressionen 40 Tage und 40 Nächte zum Berg Horeb, um Gott zu begegnen. Außer Mose und Elija gibt es noch eine Reihe von anderen Beispielen zur Zahl 40 in der Bibel: 40 Tage und 40 Nächte dauert nach der Erzählung des Buches Genesis die Sintflut, 40 Jahre irren die Israeliten durch die Wüste, ehe sie in das Gelobte Land kommen. Und schließlich stehen auch am Beginn des Wirkens Jesu 40 Tage: diese Zeit fastet er in der Wüste. Nach 40 ist man verwandelt. Und vergessen wir nicht: 40 Wochen waren wir im Bauch von unserer Mutter. 

Als Priester betest Du bei jeder Eucharistie für die Verstorbenen. Ja als Priester leben wir Gemeinschaft mit unseren Verstorbenen. Heute denkst Du auch an all die Menschen, die Dich begleitet haben: Deine Mutter, Dein Vater, Deine Schwester Christiane und alle Menschen, die Dich geprägt haben um nur einige zu nennen, Pater Paul Raths, Pfarrer Eugène Kellner, der vor kurzem verstorbene Kardinal  Karl Lehmann, bei dem Du in Freiburg studiert hast. Wenn wir einmal im Himmel sind , erkennen wir die vielen guten Menschen.

40, die biographische Zahl in Deinem Leben als Priester, die uns heute die Gelegenheit gibt mit Dir Nico vor Gott dankbar zu sein.

 

  Dein Mitbruder Theo Klein SCJ

 


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